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Naja..eigentlich war das Thema "Kinderkriegen" für mich vom Tisch ! doch irgendwie kam dann alles anders als ich dachte. Meine beiden "Großen" waren schon 6 und 7 Jahre alt , als meine bis dahin "triste" Ehe scheiterte.

Es dauerte nicht wirklich lange und ich war wieder in einer festen Beziehung . Wir waren alle glücklich. Ein drittes Kind wäre ganz nett, dachten wir uns und haben von da an nicht mehr verhütet. Es klappte aber nicht so recht mit dem "schwangerwerden". Nach einem halben Jahr , als ich garnicht mehr damit gerechnet hab , blieb die Regel aus ..und "Bingo"!

Die Freude bei uns und den Kids war groß. Bei unseren Eltern und Freunden eher verhalten . "Jetzt,... wo deine beiden doch schon so groß sind" hab ich desöfteren gehört . Ich für meinen Teil genoß diese Schwangerschaft jedoch viel bewußter als die beiden vorher. Ich war halt reifer ... und älter..31!

Es dauerte nicht lange und ich wurde wegen meines ständig schwankenden Blutdrucks mit Medikamenten eingestellt. Ich musste einen Gang zurückschalten und ging auch ab der 12 Woche nicht mehr arbeiten. Ich hatte das Ganze ziemlich gut im Griff. in der 20 Schwangerschaftswoche schickte meine Ärztin mich zum Doppler-Ultraschall . Die daraus resultierende Diagnose hat uns aus der Bahn geworfen ..."beginnende Placentainsuffizienz". Unser Baby hatte ebenso einen Wachtumsrückstand von 2 Wochen .Man sprach von Lungenreifespritzen und das man unsere Kleine in der 24.Woche dann notfalls holen würde.  Die Gedanken die uns durch den Kopf gingen waren schlimm ..ein unterversorgtes Frühchen entsprach natürlich nicht der Wunschvorstellung von einem Baby. 2 Wochen später hatte ich den nächsten Doppler-Termin..und Entwarnung...unsere Süße hatte toll aufgeholt und die Durchblutung hatte sich verbessert. von da an gings wieder bergauf.

In der 32 Woche fiel dann beim Doppler auf ,daß ich zuviel Fruchtwasser habe. Man vermutete Schwangerschaftsdiabetes. Das wars dann auch . Ich stellte die Ernährung um und bekam die Sache auch ganz gut in den Griff. Es wurde leider schlimmer und ich fing 3 Wochen später an Insulin zu spritzen. Ich fühlte mich eigentlich immer recht gut und verstand nie so ganz wieso mein Körper nicht so wollte wie ich, und ständig neue Komplikationen dazu kamen.

Meine Blutwerte spielten verrückt und den Ärzten wärs schon recht gewesen die Kleine hätte sich ab der 38 Woche von selbst auf den Weg ins Leben gemacht. In der 39 Woche entschied man sich dann Aufgrund meiner schlechten Blutwerte die Geburt einzuleiten . Ich war so gespannt auf mein Baby , das auf ca.3400 g geschätzt wurde. Nach 2 Tagen und 2 Nächten  schienen die " Einleitungsversuche" dann doch zu fruchten und ich bekam Abends eigenständige Wehen. Mann ..wir konnten es garnicht mehr erwarten. Nachts gings dann richtig los , und ich hatte nach all den Jahren echt vergessen wie weh das Kinderkriegen doch getan hat. Die Kleine kam recht zügig auf die Welt . es war eine tolle Geburt, und ich hatte auch ein tolles Hebammenteam bei mir .

JAAA...da war sie nun. Sie lag noch ein wenig schmierig vor mir und  hob die Ärmchen als wollte sie mir winken.Sie gab keinen Laut von sich aber sie bewegte sich. 

Mein Mann bekam die Scheere in die Hand und durfte sie abnabeln. Sie schrie immer noch nicht. ich bekam sie in ein Handtuch gewickelt kurz auf den Bauch. Sie war so klein. Die Ärztin nahm sie sofort weg und meinte sie müsse sie wohl nochmal absaugen . Dann war mein Baby weg. 

Ich quälte mich noch damit die Placenta zu gebären .Es wurde ein Team der Kinderklinik gerufen . Ab und zu kam die Ärztin um mir Bericht zu erstatten wie's meiner Kleinen geht. Leider wurden die Berichte immer schlechter. Nach 40 Minuten sagte mir der leitende Artzt der Kinderklinik das man nichts mehr hatte tun können für mein Mädchen .

Wow..das ist ein Schock..Was ist passiert?  Alle weinten..ein Kind das scheinbar gesund und am Termin zur Welt kommt und dann ein fach so stirbt , ist auch für Krankenhauspersonal selten. Ich war so schockiert, ich konnte nichtmal weinen. Ich hab meine Süße nur angesehn .Dann hab ich meine Eltern angerufen , die natürlich Zuhause auf die "freudige" Nachricht warteten . Die haben sich dann sofort auf den Weg gemacht. Alle waren Fassungslos. Am schlimmsten fand ich das alles um mich herum weinte ...nur ich nicht.

Ich habe noch am gleichen Tag die Klinik verlassen , weil ich mich Zuhause an meinen beiden "großen" am besten trösten konnte. Wir haben die Kleine jedoch jeden Tag besucht , haben uns ausgiebig verabschiedet .

Die Tage bis zur Obduktion waren schlimm . Wir wußten nicht woran sie gestorben war. Alles was wir wußten war ,das es nicht möglich war sie zu intubieren.

6 Tage nach ihrer Geburt haben wir sie im engsten Kreise beerdigt. Sie fehlt uns Allen. Mir ganz besonders..Ich kannte sie viel länger als der Rest der Familie. Ich hab gespürt wie sie gewachsen ist..ich wurde wach , wenn sie Nachts wach wurde .Ich hab sie "leben lassen".

Die Obduktion hat ergeben das sie keine Luftröhre hatte. Alles andere an ihr war perfekt. 

Ich habe danach an Gott gezweifelt , aber nun bitte ich Ihn mir Kraft zu geben. Es ist nur ein winziges Licht am Ende  des Tunnels,aber es wird heller werden . Ich bin sicher , das mein kleines Mädchen nun ein kleiner Engel im Himmel ist und auf ihre beiden großen Geschwister aufpasst.

Ich zünde jeden Tag eine Kerze für dich an mein Kind.

Du wohnst ein Leben lang in meinem Herzen

 

 



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